Bürgerinnen und Bürger für eine schonende Bewirtschaftung und den Erhalt unserer Wälder

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  • Die Bürgerwaldinitiative – wie es dazu kam…

    Die Bürgerwaldinitiative – wie es dazu kam…

    Im Jahr 2018 war ich zusammen mit meiner Frau aus der Seligenstädter Altstadt nach Dietzenbach auf den Hexenberg gezogen. Im ersten Jahr erlebten wir das Fehlen eines Flusses im unmittelbaren Umfeld als großen Verlust und witzelten oft, dass wir eines Tages einen Rhein-Main-Kanal vom Kühkopf nach Seligenstadt am Hexenberg vorbei bauen würden, um wieder direkten Anschluss an unseren geliebten Main zu bekommen. Relativ schnell entdeckten wir jedoch den Reiz der Feld- und Wald-Landschaft rund um den Hexenberg. Gerade der Wald mit seiner schattigen Kühle bot im heißen Sommer 2018 eine Gelegenheit, der großen Hitze zu entfliehen.

    Allerdings folgte auf den Rekordsommer 2018 ein weiterer noch heißerer Sommer 2019. Ich arbeitete damals noch nicht im Homeoffice und fuhr jeden Morgen auf dem Weg ins Büro über die Kreisquerverbindung am Gut Neuhof vorbei und sah, wie der Wald links und rechts der Straße unter der Hitze und Trockenheit litt und bereits im August begann, seine Blätter abzuwerfen. Täglich mit ansehen zu müssen, wie die Natur langsam verdurstet, täglich den Wetterbericht zu prüfen und keine Anzeichen auf Regen in den nächsten 10 Tagen zu finden, war eine quälende Erfahrung, die sich mir tief eingeprägt hat. Dies war für mich die Zeit, als ich zum ersten Mal konkret begriff, dass der Klimawandel eine Bedrohung für unser gewohntes Leben und unsere Zukunft darstellt. Zugleich begann sich meine Beziehung zum Wald zu vertiefen, und meine Sorgen um seine Zukunft nahmen zu, auch angesichts der teils dystopischen Bilder von großflächig abgestorbenen Fichtenplantagen.

    Der folgende Sommer 2020 war ebenfalls heiß und sehr trocken, erst das Jahr 2021 brachte eine gewisse Erleichterung. Doch bereits 2022 setzte sich die Serie zu heißer und trockener Sommer fort. Ich begann, mich im Frühjahr über jeden Baum im Wald zu freuen, der wieder austrieb, und fürchtete mich Anfang Mai schon vor der bevorstehenden Hitze im Juni. Zugleich beobachte ich hier und da mit immer größerem Befremden, wie die Forstwirtschaft trotz des besorgniserregenden Zustands der Wälder weiterhin große Mengen Holz einschlug. Ein derart geschwächtes Ökosystem weiter auszuplündern, schien mir intuitiv irgendwie falsch zu sein. Ich entdeckte Peter Wohlleben und seine Sicht auf den Wald und begann, mich auch theoretisch mit den Themen Wald und Forstwirtschaft auseinander zu setzen. Ich stieß auf Wissenschaftler wie Pierre Ibisch und Förster wie Lutz Fähser, Wilhelm Bode, Dietrich Mehl, Klaus Borger oder Volker Ziesling und lernte dort eine professionelle Sicht auf den Wald kennen, die mir weitaus mehr entsprach.

    Im Jahr 2025 brachte mich eine forstliche Maßnahme im Wald an der Bulau bei Urberach so auf die Palme, dass ich beschloss, nicht mehr weiter einfach nur zuzuschauen. Die Gleichgültigkeit und Rücksichtslosigkeit, mit der die Arbeiter in ihren schweren Maschinen durch den Wald pflügten, alles platt machten, was ihnen im Weg war, und Schäden an jungen und alten Bäumen zuhauf einfach billigend in Kauf nahmen, entsetzte mich und machte mich wütend. Auf meinen Spaziergängen im Wald begegnete ich öfters dem Dietzenbacher Stadtverordneten Jürgen Balzar, dem es genauso erging. Jürgen holte noch zwei Stadtverordnete von den Grünen mit ins Boot und zusammen mit einigen weiteren Hexenbergern begutachteten wir die angerichteten Schäden im Rahmen eines gemeinsamen Waldspaziergangs. Wir nahmen Kontakt mit dem Forstamt Langen auf, tauschten uns mit der zuständigen Försterin sowie dem Forstamtsleiter aus und reichten sogar eine Beschwerde bei der zuständigen FSC-Zertifizierungsstelle ein. Es kam zu einem anfangs hitzigen und emotional aufgeladenen, später aber durchaus respektvollen Austausch, an dessen Ende nichtsdestotrotz natürlich fundamentale Differenzen in der Sicht auf den Wald und die richtige Form der Bewirtschaftung bestehen blieben. Das Ganze mündete schließlich in der Idee zu einer Bürgerinitiative, die sich für einen rücksichtsvolleren Umgang mit den Wäldern vor unserer Haustür einsetzen soll.

    Da das Problem kein lokales Dietzenbacher Problem ist, wollen wir uns für den Kommunalwald im gesamten Kreis Offenbach stark machen und die Stimmen und Interessen all derer bündeln, die den Wald lieben und sich um seine Zukunft sorgen – aufgrund des Klimawandels, aber auch aufgrund der Art und Weise, wie der Wald von der Forstwirtschaft behandelt wird.

Kontakt

Schreibe uns an:

info@buergerwald-of.de

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